Wer sind die Menschen, die am Sonntag mit nach Israel fliegen? Wir haben vor der Reise drei von ihnen in unserer Botschaft interviewt. Daniel Brunet, gebürtiger US-Amerikaner, lebt seit 2001 in Berlin und arbeitet dort als produzierender künstlerischer Leiter beim English Theatre Berlin. Der Berliner Torsten Bergler ist Gründer der Kreativagentur MoreSleep und des Online-Magazins Freunde von Freunden, das Kreative in ihrem Zuhause porträtiert. Die Dritte im Bunde ist Vanessa Findling. Sie studiert Maschinenbau in Berlin und ist Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Dort engagiert sie sich als Koordinatorin des stipendiatischen Arbeitskreises Bildung.

Daniel Brunet

Daniel Brunet

Botschaft: Was assoziiert Ihr denn mit Israel?

Daniel: Israel ist für mich die Heimat von einer Kultur und Tradition, die mehr als tausend Jahre alt ist. Ich denke daran, dass der Staat Israel vor nicht einmal 70 Jahren nach dem Ende der Kriegszeit als Beitrag für den Frieden gegründet wurde. Und dann gibt es da noch einen persönlichen Bezug: Meine Vorfahren mütterlicherseits waren jüdisch, sind von Holland in die USA eingewandert und dort konvertiert. Dieser Verbindung will ich mich etwas annähern.

Torsten: Ich assoziiere nicht so viel mit Israel. Wenn ich weiß, dass ich mich mit einem Thema noch nicht gut genug auskenne, dann will ich mir kein Urteil darüber bilden. Bei mir ist es eher so, dass ich viel Interesse habe, Israel kennenzulernen.

Vanessa: Ich verbinde mit Israel, dass es dort viele Stätten gibt, die auch für Christen bedeutend sind und damit für unsere Kultur in Europa. Das Christentum ist schließlich aus dem Judentum entstanden. Deswegen habe ich große Achtung vor der jüdischen Religion. Religiöse Stätten haben auch immer eine gewisse Erhabenheit. Das beeindruckt mich.

Torsten Bergler

Botschaft: Was war denn Eure erste Reaktion, als wir Euch zu der Reise eingeladen haben?

Daniel: Mein erster Gedanke war: Hoffentlich kann ich auch mit meinem US-amerikanischen Pass mitfahren. Zum Glück war das aber kein Problem. Israel stand nämlich schon lange auf meiner Reiseliste, da ich schon mit vielen Israelis in Berlin zusammengearbeitet habe.

Torsten: Ich habe mich als erstes gefragt: Warum werde ich eingeladen? Bin ich denn so besonders? Darüber habe ich dann auch mit meinen Freunden gesprochen.

Vanessa: Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Aber für mich ging mit der Einladung ein Herzenswunsch in Erfüllung, weil ich schon immer mal nach Israel wollte.

Botschaft: Ihr kennt das Programm ja schon. Was ist Euer persönliches Highlight der Reise?

Daniel: Alles! Ich freue mich aber besonders auf Jerusalem. Ich finde, Jerusalem ist so ein bisschen wie Athen: ein Teil des menschlichen Erbes. Und natürlich ist es für mich schön, in Israel eine Tanztheateraufführung sehen zu können.

Torsten: Ich glaube, ich freue mich am meisten auf die Atmosphäre, den Lifestyle, den Lebensstil und das Essen. Ich habe gerade auch so eine Falafel- und Hummus-Phase.

Vanessa: Für mich ist es eine große Ehre, dass wir den israelischen Präsidenten, Reuven Rivlin, treffen werden. Und ich freue mich auf das Treffen mit dem israelischen Schriftsteller David Grossman. Ihn habe ich schon bei der Geburtstagsfeier von Bundespräsident Joachim Gauck reden gehört.

Vanessa Findling

Vanessa Findling

Botschaft: Letzte Frage: Wie fühlt Ihr Euch so kurz vor der Abreise?

Daniel: Ich bin entspannt, aber freue mich riesig!

Torsten: Ich habe voll Bock auf die Reise. Israel ist so ein spannendes Land. Viele Freunde von mir sind auch vor Kurzem nach Tel Aviv geflogen. Bei einem Freund, der im Sommer dort war, habe ich mir noch ein paar Reisetipps geholt.

Vanessa: Ich bin wahnsinnig aufgeregt. Und es gibt leider noch so viel zu organisieren. In der Woche nach der Reise schreibe ich nämlich direkt eine Klausur…